Systemische Zugänge
bei schwierigem Verhalten von Kindern und Jugendlichen
(Aufbaulehrgang in Systematischer Familienberatung)

"Das Leben wird nach vorne gelebt und nach hinten verstanden."

Die vier Wochenenden bieten oft überraschend einfache Zugänge zum Verstehen von Problemverhalten in Familien und gute Lösungen für einen konstruktiven Umgang miteinander. Viele Facetten von Bindungs- und Autonomiebedürfnissen werden wir dabei untersuchen.
- Wie können Systemische Berater und Eltern mit Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsdefiziten, Hochsensitivität, Destruktivität und anderen Verhaltensauffälligkeiten ihrer Kinder auch unter Einbeziehung von Erkenntnissen der Neuerobiologie gelassener umgehen?
- Wie können die Familienmitglieder innere Konflikte bewältigen in Verbindung mit familiären Dynamiken?
- Welche Rolle spielt dabei eine gelingende Beziehung zwischen den Eltern?
- Wie kann die Familie zu einer ressourcevollen, zukunftsoffenen Erzählung (Narration) der Familiengeschichte finden?


Spinnennetz.w

Themen der vier Wochenenden:

1. "Warum" zappelt Philip? - "Neue" Störungsbilder bei Kindern und Jugendlichen
Ich bin nicht gestört, ich bin nur verhaltenskreativ.

Eltern und Erzieher berichten von einer dramatischen Zunahme von Störungen bei Kindern und Jugendlichen, insbesondere im Aufmerksamkeits-, Kontakt- und Sozialverhalten.
Haben sich wirklich Nervensysteme und Gene von Kindern verändert oder vor eher Umweltbedingungen und Anpassungsdruck?
Ein systemischer Blick auf die Dynamiken, Verstärkungsmechanismen und Einflussfaktoren bei solchen "Verhaltensstörungen",
Die Selbstregulierungsfähigkeit aktivieren und die Resilienzbreite verstärken erfordert bei AD(H)S, Asperger-Syndrom, Hochsensitivität, Destruktivität u.ä. jeweils sehr unterschiedliche, angepasste systematische Vorgehensweisen.
Was brauchen solche Jugendlichen in Bezug auf Kontakt und Bindung, Stille und Anregung, Ruhe und Bewegung, Frustration und an Unterstützung im Verhältnis zum Symptombild?


2. Gelingende Paarbeziehung, Elternschaft und Patchwork-Familienleben
Einzig mögliches Prinzip elterlicher Liebe: Angenommen wie angekommen. (Peter E. Schumacher)

Auswirkungen von Nähe- und Freiheitsbedürfnissen als Grundstrebungen in der Partnerschaft,
Der Partner/die Partnerin als Spiegel und Schatten, Liebe auf den zweiten Blick: Den anderen mit seinem familiären Hintergrund akzeptieren,
Lösung aus familiären Verstrickungen und transgenerationalem Trauma,
Allein erziehende Mütter und ausgeblendete Väter,
Elterliche Autorität durch Präsenz im Umgang mit dissozialem Verhalten von Jugendlichen,
Nach der Trennung Elternschaft konstruktiv gestalten,
Regeln für eine Glückliche Partnerschaft und Elternschaft.

Wasserfühlen


3. Kreative Systemische Methoden für den Umgang mit inneren Konflikten
Du kannst nicht tun, was du willst, solange du nicht weißt, was du tust. (Moshe Feldenkrais)

Neue Zugänge zu inneren Konflikten durch Visualisierungen und verschiedene Aufstellungsmethoden,
Arbeit mit inneren Anteilen durch Stühle, Bodenanker und Stellvertreter,
Musterunterbrechungen im Wahrnehmen und Denken durch Impact-Techniken,
Einsatz von Plüschtieren, Comic-Zeichnungen, heilsame Geschichten und Humor,
Das Integrierte Selbst als Moderator konflikthafter Persönlichkeitsanteile aktivieren und stärken.


4. Wie die Familiengeschichte gut weiter gehen kann
"Wir organisieren unser Leben in Geschichten. Was für ein Leben wir haben, hängt auch davon ab, welche Geschichten wir auswählen und wie wir sie erzählen." (Michael White)

- Die Bedeutung der Narration (des Erzählens) der eigenen Geschichte für ein gelingendes (Familien-)Leben verstehen,
- Nicht den Menschen sondern das Problem als Problem sehen,
- Probleme externalisieren, Ressourcen internalisieren,
- Den roten Faden im eigenen Leben finden als Zugang zu einem selbstbestimmten Leben,
- Den Zugang zur Familiengeschichte durch Genogrammarbeit vertiefen,
- Aus "Familiengeschichten" lernen und die "Landkarten" der Mitglieder mit Sinn vervollständigen,
- den guten Platz in der Familie und im eigenen Leben finden.

Kinderschatten

Methoden:
Wir lernen an Hand des eigenen familiären Hintergrundes und aus der Arbeit mit Klienten durch Selbstreflexion, in Partnerarbeit und Kleingruppen, durch verschiedenste Arten von Aufstellungen und kreative Techniken. Die Lernschritte werden durch kurze Präsentationen vorbereitet und nach dem Üben in Kleingruppe und Plenum ausgewertet. Achtsamkeitsübungen und Rundenarbeit unterstützen den Lernprozess zusätzlich.

Termine nach Vereinbarung