Familienaufstellungen Leiten:
Lösungsorientiertes Arbeiten mit Familien- und Organisationsaufstellungen in der Einzelberatung und mit Gruppen


120 Unterrichtsstunden, eine Bildungswoche und 4 Wochenenden sowie Übungsgruppen.

Familienaufstellungen
Einen Hauptschwerpunkt bildet das Familienstellen in seiner klassischen Form, wie sie von Bert Hellinger ursprünglich entwickelt wurde. Dazu gehört, dass dem Klienten (wir beschränken uns nur zur sprachlichen Vereinfachung auf die männliche Form.) ausreichend Raum gegeben wird, die volle Entfaltung guter Lösungen im eigenen inneren Raum durchzuspüren. Die Teilnehmer erfahren die Kraft der Aufstellungsarbeit zunächst vor allem in eigenen Aufstellungen. Als Stellvertreter und durch zunehmend selbständiges Leiten lernen Sie die Dynamiken der Verstrickung und die Prinzipien für die Wiedergewinnung der guten Ordnungen der Liebe tiefer zu verstehen und damit umzugehen.

Organisationsaufstellungen
Die Prinzipien des Familienstellens wurden schon bald erfolgreich auf Wirtschafts- und Non-Profit-Organisationen übertragen und zu Organisationsaufstellungen weiter entwickelt. Auch Organisationen sind lebende menschliche Systeme. Für Probleme in Teams, schwer zugängliche Konflikte sowie in Phasen der Umorganisationen und strategischen Neuausrichtung haben Sie sich mit eigenem Methoden-Repertoire als eigenständige Fachdisziplin etabliert. Organisationsaufstellungen eignen sich sehr gut für die Bearbeitung vieler Coaching- und Supervisions-Anliegen. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Familienstellen werden herausgearbeitet.



Ziele des Lehrgangs
In einer Bildungswoche und 4 Wochenenden werden die Wissensgrundlagen für die oben genannten Aufstellungsverfahren vermittelt. Arbeitsgruppen zwischen den Seminaren bieten weiteren Raum das Leiten von Aufstellungen zu üben. Theoretisches Wissen, Erkenntnisse und Erfahrungen werden im Verlauf der Ausbildung zu immer größerer Handlungskompetenz zusammengeführt. Die Teilnehmer werden dazu angeregt eigene systemische Verstrickungen zu erkennen und zu lösen. Die hierdurch entstehenden Lösungs- und Klärungsprozesse tragen wesentlich zum Aufbau der notwendigen Kompetenz und Klarheit in der systemischen Arbeit bei. Ziel der Ausbildung ist vor allem die Kompetenz in der Arbeit mit Einzelpersonen zu vermitteln. Dazu gehören auch systemische Kurzinterventionen und Präsenzarbeit. Darüber hinaus fördern wir nach Wunsch das Leiten von Gruppenaufstelllungen.

Lehrgangsmethoden

  • Präsenz-, Atem- und Bewegungsübungen zur Schulung der Körperwahrnehmung,
  • Entwicklung von Achtsamkeit und Verfeinerung der Intuition als Leiter
  • Üben von Aufstellungs-Teilen und verschiedenen Einzel-„Formaten“
  • Aufstellungen in Gruppen und in der Einzelarbeit zu den verschiedenen Aufstellarten
  • Arbeit mit Stellvertretern, Bodenankern, Holzfiguren und anderen Materialien

Inhalte der Ausbildung:
Zustand und innere Haltung beim Leiten einer Aufstellung

  • Präsenz im eigenen Körper und in der Gruppe aufbauen
  • Methoden der Körperarbeit zur Entwicklung von Achtsamkeit
  • Wertschätzung und Mitgefühl stärken zur Erweiterung, Vertiefung der Problemsicht
  • Die Bedeutung von Intuition für das Finden guter Lösungen
  • Die Bedeutung der Entwicklungsphase des Seelenkinds als bedeutsame Bezugsgröße der Aufstellungsarbeit verstehen
  • Wahrnehmen der Systemenergie bei gleichzeitigem Abgrenzen gegen Verdrängungskräfte eines Systems

Eigene systemische Verstrickungen klären
Jeder Teilnehmer sollte selbst sein Familiensystem aufstellen, um eigene systemische Verstrickungen zu klären. Dies ist die unbedingte Voraussetzung, um selbst klar und einfühlsam Aufstellungen leiten zu können.

Einleitungsinterviews und Differentialdiagnostik
  • Gefühlskategorien erkennen und zuordnen
  • Entscheidungsfindung: individualpsychologisch oder systemisch arbeiten
  • Systemisch relevante Informationen erfragen
  • Fragetechnik zum Ermitteln des eigentlichen Anliegens

Erstellen von Genogrammen
Sichtbarmachen von schwerem Schicksal in der Herkunfts- und Gegenwartsfamilie

Hypothesen bilden und überprüfen
  • Vom Einleitungsinterview und Genogramm ausgehend erste Hypothesen darüber bilden, welche systemischen Dynamiken relevant sein können
  • Einbeziehung der verbalen und nonverbalen Rückmeldungen der Stellvertreter in die Hypothesenbildung
  • Testen der Dynamiken in der Aufstellung und Reformulierung der Hypothesen

Interventionsmodule für Familienaufstellungen
Für die wesentlichen Verstrickungen, die in Familiensystemen vorkommen, wurden Module entwickelt, mit denen systemische Dynamiken ans Licht gebracht und aufgelöst werden können. Beispiele hierfür sind: Triangulierung / Parentifizierung, Nachfolge, Ausgleich von Geben und Nehmen, Identifikation, Ehre geben, Fremdgefühle zurückgeben, Anmaßung auflösen, Rangfolge klären, den eigenen Platz finden u.a.

Selbstorganisierte Lerngruppen und Literaturstudium zwischen den Seminaren
Vor allem zum Üben von Familien- und Organisationsaufstellungen in der Einzelarbeit

Voraussetzungen für das Lehrgangszertifikat:
  • Teilnahme an mind. 90 % der Unterrichtszeit,
  • Führung eines persönlichen Lerntagebuches,
  • Durchführung einer Aufstellung mit Stellvertretern unter Supervision,
  • Dokumentation einer Aufstellung in Einzelarbeit.



Struktur des Lehrgangs
Klassische Familienaufstellungen sowie Teamaufstellungen stehen im Mittelpunkt. Problem-Lösungsaufstellungen sowie Aufstellungen von Persönlichkeitsanteilen können je nach Situation hinzu kommen. Die Teilnehmenden stellen in der Bildungswoche eigene Anliegen auf. Zunehmend werden dabei die Prinzipien der Aufstellungsarbeit erlernt und reflektiert. An den 4 Wochenenden steht das Üben in der Leiterrolle mit Life-Supervision im Vordergrund. Einzelthemen sind: Dynamiken familiärer Verstrickungen; Genogramm und einleitendes Interview; Fokussierung auf die Systemenergie; konsequente Lösungsorientierung; neuere Entwicklungen der Aufstellungspraxis; Aufstellungen mit Figuren und Bodenankern in der Einzelberatung; Schulung von Präsenz, Mitgefühl und Intuition.

Leitung: Ernst Schulze Bremer, Dipl. Kaufmann, Psychotherapeut HPG im Wechsel mit Sigrid Schulze Bremer, Sozialwissenschaftlerin, Psychotherapeutin HPG, beide fortgebildet in Systemischer Aufstellungsarbeit, Psychodrama, Grund- und Aufbaulehrgänge für Familienberater.

Termine nach Vereinbarung.